Young Romani Artists YRA 22

Ausstellung

Öffnungszeiten DO bis SA 16:00 - 19:00 Uhr und nach Vereinbarung
Vernissage am 17.03.2022 um 19:00 Uhr

Mit YOUNG ROMANI ARTISTS YRA 22 präsentiert die Stiftung Kai Dikhas junge Künstler_innen der Minderheit aus ganz Europa und darüber hinaus, die in unterschiedlichen Medien arbeiten. Sie zeigen die Vielfalt und Qualität der zeitgenössischen Kunst der Sinti und Roma. Sie zeigen eine Kunst, die am internationalen Diskurs teilhat und nur zuweilen einen direkten Bezug zu Traditionen der Minderheit herstellt. Eine Kunst, die ihre Freiheit nutzt und uns dabei zum Erhalt eben dieser Freiheit aufruft. YOUNG ROMANI ARTISTS YRA 22 präsentiert die Werke von fünf internationalen Künstler_innen, die sich aus ihrer eigenen Perspektive mit dem derzeit viel diskutierten Thema der Identität auseinandersetzen. Wieviel an uns ist Zuschreibung, eigene Selbstentdeckung oder das sich selbst erschaffen in einer eigenen künstlerischen Welt? Die Künstler_innen konfrontieren die Betrachter auf sinnliche und intelligente Weise mit den aktuellen Fragen der Identitätspolitik. Zwischen den Reflexionen der vom brasilianischen Künstler Brunn Morais mit Vorliebe verwandten Spiegeln, Textzitaten, interaktiven Installationen und performativen Selbstinszenierungen, den teils schmerz- teils liebevollen Öl-Portraits der Serie „Don’t spit in my Face“ des Berliner bosnischen Malers Mersud Selman, den farbenfrohen Bezügen des in London ansässigen ungarischen Künstlers Robert Czibi auf die Roma Geschichte in seinen Aquarellen und Transferprints, der Collagen-artigen und eben doch noch zerrissen wirkenden Malerei der italienischen Rromni Luna de Rosa und dem charmanten Statement „Ich bin ein Wilder“ eines in einem Farbolzschnitt verewigten Tigers des deutschen Sintos David Weiss, bei dem man sich nicht sicher sein kann, ob dieser Tiger wohl beißen oder doch nur schmusen will, entwerfen die jungen Künstler_innen ein schillerndes Panoptikum aus Identitäten, die in ihrer Vielfalt mit Zuversicht auf die Zukunft blicken lassen. Die unverblümte Kritik an den kaum zu ertragenden Zuständen einer Gesellschaft, die Roma und Sinti noch heute ausgrenzt, und sie zu Opfern von Gewalt und sozialer Stigmatisierung macht, wird zu einem künstlerischen Aufbruch, Kunst zu einer selbstermächtigenden Waffe im Widerstand gegen Antiziganismus. Nicht ohne Ironie greift der Ausstellungstitel die möglicherweise erfolgreichste Marketing- Maßnahme einer Galerie für eine Künstler_innengruppe auf: die YOUNG BRITISH ARTISTS YBA der Londoner Saatchi Galerie mit u.a. Damien Hirst und Tracey Emin. Denn im Gegensatz zu ihren Namensgeber_innen trifft bei unseren Künstler_innen technische Brillanz auf gesellschaftlichen Wandel. Wir als Betrachter nehmen Anteil an einer künstlerischen Revolution, einer Selbstermächtigung der Kunst, die sich im Glauben an eine bessere Zukunft über Jahrhunderte von Ausgrenzung und Verfolgung erhebt. Nicht nur deshalb haben diese jungen Künstler_innen dieselbe Aufmerksamkeit und den entsprechenden Erfolg wie ihre britischen Kolleg_innen in den späten neunziger Jahren verdient.

Mit Werken von ROBERT CZIBI, LUNA DE ROSA, BRUNN MORAIS, MERSUD SELMAN & DAVID WEISS

 

With YOUNG ROMANI ARTISTS 22 we present young artists of Sinti or Rroma origin from all over Europe and beyond who work in different media. They show the diversity and quality of contemporary Sinti and Rroma art. They show an art that participates in the international discourse and only rarely makes a direct reference to minority traditions. An art that uses its freedom, and in doing so calls on us to preserve this very freedom. YOUNG ROMANI ARTISTS 22 presents the works of five international artists who deal with the currently much discussed topic of identities from their own perspective. How much of us is attribution, self-discovery or self-creation in our own artistic world? The artists confront the viewers in sensual and intelligent ways with the current questions of identity politics. Between the reflections of the mirrors, text quotations, interactive installations and performative self-dramatisation favoured by the Brazilian artist Brunn Morais, the partly painful and partly affectionate oil portraits of the series „Don’t spit in my Face“ of the Berlin-based Bosnian painter Mersud Selman, the colourful references of the Londonbased Hungarian artist Robert Czibi to Rroma history in his watercolours and transfer prints, the collage-like and yet still disjointed paintings of the Italian Rromni Luna de Rosa and the charming statement of a tiger "I am a savage.“ immortalised in a colour-woodcut by the German Sinto David Weiss, where one cannot be sure whether this tiger wants to bite or just cuddle, the young artists create a dazzling panopticon of identities that, in their diversity, allows us to look to the future with confidence. The blunt criticism of the hardly bearable conditions of a society that still excludes Rroma and Sinti today and makes them victims of violence and social stigmatisation becomes an artistic awakening, art a selfempowering weapon in the resistance against antiziganism. It is not without irony that the title of the exhibition takes up what is possibly the most successful marketing measure of a gallery for a group of artists: the YOUNG BRITISH ARTISTS YBA around Damien Hirst and Tracey Emin et alt. of the Saatchi Gallery in London. For in contrast to their namesakes, our artists' technical brilliance meets social change. As viewers, we participate in an artistic revolution, a self-empowerment of art that rises above centuries of exclusion and persecution in the belief of a better future. This is not the only reason why these young artists deserve the same attention and success as their British colleagues in the late 1990s.

With works by ROBERT CZIBI, LUNA DE ROSA, BRUNN MORAIS, MERSUD SELMAN & DAVID WEISS

Termine

Fr 18.03.2022 | 16:00 Uhr bis Sa 11.06.2022 | 19:00 Uhr
Eintritt: 
frei