Vorurteilsbewusste Veränderungen mit dem Anti-Bias-Ansatz

Buchvorstellung
  • Buchcover Anti Bias Ansatz

Die Anforderungen an einen kompetenten Umgang mit Veränderungen im Kontext von gesellschaftlicher Vielfalt scheinen in den letzten Jahren enorm gestiegen. Fachkräfte aus dem Bereich der sozialen Arbeit und im Feld der Pädagogik werden in ihrem Arbeitsalltag mit der Vielschichtigkeit und Komplexität gesellschaftlicher Realitäten konfrontiert und gefordert. Der Druck nach „Lösungen“ steigt und vernachlässigt oftmals in der Praxis eine genaue Analyse der jeweiligen Situation. Das Zurückgreifen auf vereinfachende Ansätze wird der tatsächlichen Realität nicht gerecht und reproduziert ungewollt weiterhin Vorurteile, dominante Denkweisen und Strukturen. Folgenreiche Ausgrenzungen und Diskriminierungen können daraus erwachsen.

Der Anti-Bias-Ansatz bietet eine Alternative zu diesen gewohnten und normierenden Denk- und Handlungsmustern. In den 80er Jahre wurden die Grundlagen für die Entwicklung des Ansatzes durch Louise Derman-Sparks und Carol Brunson-Phillips in den USA für den Bereich Frühpädagogik gelegt. In Südafrika erfuhr der Ansatz im Zuge der Aufarbeitung der Apartheid eine neue Bedeutung. Seit Anfang der 2000er Jahre wird Anti-Bias auch in der BRD immer bekannter und findet seitdem Eingang in zahlreichen Einzelvorhaben und Projekten sowie der systematischen Entwicklung von (Bildungs-)Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Vereinen und Verwaltung.

Der vorliegende Band will insbesondere Menschen in der Praxis der sozialen Arbeit und der Pädagogik dazu ermutigen ihre alltäglichen Denk- und Handlungsweisen kritisch zu überprüfen. In den verschiedenen Beiträgen des Buches werden sowohl Potentiale als auch Grenzen des Ansatzes aus Sicht unterschiedlicher Praxisfelder beleuchtet und bieten Anregungen für das eigene Handlungs- und Wirkungsfeld. Die verschiedenen Texte befassen sich mit Erfahrungen und Beispielen aus Schule, Kindergarten, Globales Lernen, Menschenrechtsbildung, (internationale) Freiwilligendienste, Empowerment- und Interventionsstrategien im Alltag. Die Vielfalt an Anwendungsbereichen soll deutlich machen, dass es bei dem Ansatz eben nicht vor allem um ein enges pädagogisches Konzept oder gar eine reine Methodensammlung geht. Vielmehr werden Gelingensbedingungen aus den unterschiedlichsten Arbeitszusammenhängen aufgezeigt, die dabei Orientierung geben und unterstützen sollen, Veränderungen in der pädagogischen Praxis vorurteilsbewusst und diskriminierungskritisch zu gestalten.

Autorinnen: Annette Kübler, Cvetka Bovha, Jetti Hahn, Nele Kontzi, Patricia Göthe, Žaklina Mamutovic

Die Autorinnen werden zur Buchvorstellung anwesend sein und es wird bei Getränken und gemütlichem Ausklang Gelegenheit für persönliche Fragen und Gespräche geben.

Termine

Mi 16.03.2016 | 17:00 Uhr
Eintritt: 
Eintritt frei

Veranstalter

IBAS Kompetenzzentrum