tak Kollektiv. Die unmögliche Vertreibung des Herrn B. oder: Dieser Kiez ist (k)ein Kaufhaus

Stadtraum-Performance

Weitere Vorstellungen um 18:30 und 19:00 Uhr!

Das Vogelnest wurde zugemauert. Der Weltbürgersaal - geschlossen? Das Licht am Ende des Tunnels war der Todesschuss- oder? Aber Herr B - ja, der wohnt noch hier. Die haben das neue Haus um seine Schrankwand gebaut. Neben dem Haus bauen sie jetzt neuere Häuser. Über Leben im Aufbau, über das Überleben in Kreuzberg, erzählt von Herrn B.

Die multimediale Stadtraum-Performance “Die unmögliche Vertreibung des Herrn B.” beleuchtet gesellschaftliche Widersprüche aus Distanz und Nähe, Vertreibung und Widerstand unter dem lokalen Brennglas, verwickelt sie in ein Spiel, in dem eine grundsätzliche Berührung mit der so genannten „neuen Wirklichkeit“ möglich ist.

Das tak Theater Aufbau Kreuzberg wird im September zum Portal: Das tak- Kollektiv erkundet die fiktive Welt eines gewissen Herrn B, der sich schon lange seiner eigenen Vertreibung aus dem Heimatbezirk erwehrt, erzählerisch in fünf Vignetten, die sich zwischen Audiowalk und Performance-Parcours bewegen:

Im AUFBAU HAUS wirft France-Elena Damian in dokumentarischen Interviews mit den ansässigen Kreativen, Unternehmer*innen und ihren Nachbarn ein Schlaglicht auf das Spannungsfeld zwischen Kreativität und Verdrängung, Standortliebe und Gentrifizierung, Kiez und Kommerz am Moritzplatz. Wer sind die Menschen in der KREATIVWIRTSCHAFT, wovon träumen sie und wie schaffen sie es zu Bleiben.

Zwischen dem Untergrund der U-Bahn-Haltestelle Moritzplatz und dem des Fluchttunnels zwischen Sebastian- und Heinrich-Heine-Straße entwirft Lydia Ziemke (suite42) IM (DOPPELTEN) UNTERGRUND unter Mitwirkung eines Chores von (Zeit-)Zeug*innen verschiedene Versionen der Geschichte auf der Suche nach dem Exit aus „deutsch-deutschen Untergründen“.

Im WELTBÜRGERSAAL des Geflüchtetenheims Stallschreiberstr. finden sich Zuschauer mitten in einer Konferenz aus gestreamten Audioaufnahmen wieder, in der über die Möglichkeiten eines Weltbürgerrechts debattiert wird. Eine Begegnung mit denen, die als „tatsächlich Vertriebene“ zumeist ungesehen unter uns leben.

In ZWANGSRÄUMUNG führt Stefanie Aehnelt durch die Oranienstraße auf den alten Kirchhof von St. Jacobi. Sie thematisiert an einem lokalen Beispiel die Frage von Zusammenleben vs. Verdrängung. Es geht um nichtmenschliche Mitgeschöpfe in der Stadt – Vögel. Sie fordert in einer Live-Installation zwischen Aktivismus und Sinnlichkeit eine STADT FÜR ALLE.

Im HÖRSPIEL DES HERRN B. verbindet kainkollektiv die verschiedenen Stationen und Geschichten. Der Moritzplatz wird zum Syptomschauplatz einer utopischen Fantasie: die heterogenen Stimmen, die ihn bevölkern, zu einem vielstimmigen und -sprachigen Chor der Nachbarschaft zu fügen und die Potentiale seines Widerstands hörbar und erlebbar werden zu lassen: Herr (Kreuz)B.(erg) bleibt, denn dieser Kiez ist kein Kaufhaus!

Gefördert vom Fonds Soziokultur, Stiftung Kommunikationsaufbau und Theresia Zander Stiftung

Von und mit: Stefanie Aehnelt, Herrn B., France-Elena Damian, kainkollektiv (Fabian Lettow, Miriam Schmuck), Caram Kapp, Anna Koch, Moritz Pankok, suite42 (Öz Kaveller, Nils Lauterbach, Lydia Ziemke, u.w.), Svenja Kuhr, Alexandra Voiades, den Bewohnern der Unterkunft für Geflüchtete Stallschreiberstr. und vielen mehr

 

Termine

Sa 24.10.2020 | 18:00 UhrSo 25.10.2020 | 18:00 Uhr